Spielbericht Dilltal 2 - Männer 2

(fg) Eine fast schon ernüchternde Leistung in Halbzeit zwei hat am vergangenen Samstag Abend für eine deutliche 40:27-Niederlage der HSG Wettertal II bei der HSG Dilltal II gesorgt. Sah man in der ersten Halbzeit noch eine starke Angriffsleistung der Wettertaler, die mit einer verdienten 15:16-Führung in die Halbzeit gingen, so zeigten die Mannen von Sven Bachenheimer in Halbzeit zwei ihre schwächste Halbzeit in dieser A-Klassen-Saison. 25 Gegentore in einer Halbzeit sprechen hier eine deutliche Sprache. „Wir haben im Angriff leider keine Lösungen für die Manndeckung gegen Flo Großmann gefunden und Dilltal dann mit einfachen Fehlern oder unvorbereiteten Abschlüssen zu einfachen Toren aus dem Tempogegenstoß eingeladen. Das hat der Gegner dann eiskalt ausgenutzt,“ musste Bachenheimer im Resümee neidlos anerkennen. Dass es nicht einfach werden würde, bei den heimstarken und auf einer Erfolgswelle schwimmenden Dilltalern zu gewinnen war schon vor dem Spiel klar. Denn mit Bell, Roth, Mosch und Heinze fehlten wichtige Stützen im Korsett der Gäste. Aber dass es dann so eine deutliche Klatsche geben würde hatte selbst die Heimmannschaft nicht auf dem Zettel, zumal es in Halbzeit eins alles andere als nach einer Niederlage für die HSG Wettertal II aussah.

Die heimische HSG startete dabei wieder einmal sehr gut in die Partie und lag bis auf den Zwischenstand von 9:8 für die HSG Dilltal II (Patrick Berkes, 19.) ständig in Front und hatte den Gegner sehr gut im Griff, auch wenn in der Abwehr nicht alles perfekt passte. Der mit neun Toren treffsicherste Wettertaler, Tobi Schöbe, sorgte mit seinen Toren in der ersten Viertelstunde für eine beruhigende 5:7-Führung (14.) für die Gäste aus der Wetterau. Dann leistete sich die HSG eine erste kleine Schwächephase, die die HSG Dilltal zum bereits oben erwähnten 9:8-Zwischenstand nutzte. Die letzten zehn Minuten der ersten Halbzeit gehörten dann fast ausschließlich der HSG Wettertal, denn mit sechs eigenen Toren, bei nur einem Gegentor, erhöhte man auf eine komfortable 10:14-Führung (Tobi Kullbach, 26.). Vor allem eine variable Deckung und ein in dieser Phase gut aufgelegter Maurice Krüger im Tor waren der Grundstein für diesen kleinen Lauf vor der Pause, bei dem der in der ersten Halbzeit stark aufspielende Joshi Schreiber sich immer wieder gut in Szene setzen konnte. Leider ermöglichte man es den Gastgebern dann durch leichte Ballverluste und schlechte Abschlüsse noch einmal vor der Halbzeit in Schlagdistanz zu kommen und auszugleichen. Flo Heller mit einem Schlagwurf aus dem Rückraum sorgte dann quasi mit dem Pausenpfiff für die Ein-Tore-Führung (15:16).

Allen Warnungen von Coach Bachenheimer in der Halbzeitpause zum trotz, sollte sich dann in Halbzeit zwei das Blatt total wenden und die Gastgeber mit vielen einfachen Toren das Spiel schnell für sich entscheiden. Sah es beim 17:19 (Flo Großmann, 34.) zu Beginn der zweiten Hälfte noch danach aus, als könnte die HSG an die erste Halbzeit anknüpfen und den Gegner weiter auf Abstand halten, so sollten die folgenden zehn Minuten für Ernüchterung auf Seiten der Gäste sorgen. Die Trainer der Gastgeber ordneten von nun an eine Manndeckung gegen Flo Großmann an und die verbliebenen fünf Angreifer der Wettertaler fanden partout kein Rezept, um gegen die agile Deckung der Gastgeber zum erfolgreichen Wurf zu kommen. Viel zu oft wurde der Wurf aus dem Rückraum genommen anstatt die eigene Chance im Eins-gegen-Eins zu suchen oder einen Mitspieler frei zu spielen. Diese Wurfversuche waren leichte Beute für die Deckung bzw. die Torhüter auf Seiten der Dilltaler. Die daraus resultierenden Tempogegenstöße aus der ersten und zweiten Welle nutzten die nun auch gedankenschnelleren Spieler vom Trainer-Duo Döring/Schaub immer wieder für einfache Torerfolge. Auch eine frühe Auszeit durch Sven Bachenheimer konnte diesem Umstand keine Abhilfe schaffen und spätestens nach dem 27:19 (Julian Albrecht, 44.) war man im Lager der Gäste nur um Schadensbegrenzung bemüht. Leider sollte dieses Unterfangen auch nicht gelingen, denn die Heimsieben schaltet keinen Gang zurück, sondern baute Ihre Führung kontinuierlich weiter aus. Beim 31:21 (Felix Bleker, 48.) war der ersten Zehn-Tore-Abstand erreicht und die Vorentscheidung schon mehr als gefallen. Die letzten zehn Minuten des Spiels war nur noch ein Auslaufen auf beiden Seiten, wobei die HSG Wettertal II noch einige freie Chancen liegen lies (u.a. einen Siebenmeter und mehrere Tempogegenstöße), die das Ergebnis noch etwas erträglicher hätten gestalten können. So war es aber den Dilltalern vorbehalten, mit dem 40:27 den Schlusspunkt unter eine in der zweiten Halbzeit mehr als einseitige Partie zu setzen.

„Leider haben wir heute gegen einen Gegner auf tabellarischer Augenhöhe nur eine Halbzeit lang Handball gespielt. Hier wäre sicherlich ein deutlich besseres Ergebnis möglich gewesen. Aber die zweite Halbzeit hatte von unserer Seite nicht mehr viel mit Handball zu tun. Auch ich muss mich hinterfragen und den einen oder anderen Fehler eingestehen“ wollte ein enttäuschter Bachenheimer kein Blatt vor den Mund nehmen. In dieser Woche muss eine gnadenlose Fehleranalyse erfolgen und der Hebel schnell umgelegt werden, wartet am kommenden Wochenende mit der KSG Bieber eine Spitzenmannschaft und nochmal ein ganz anderes Kaliber auf die heimische HSG. Fakt ist, dass es mit der Leistung von diesem Spieltag verdammt schwer werden wird, Punkte zu holen und aus dem Tabellenkeller herauszukommen.

Im Stenogramm:

HSG Wettertal II: Maurice Krüger und Niklas Rettig im Tor, Tobias Schöbe (9), Erik Röhrsheim (2/2), Joshua Schreiber (5), Klaus Bergemann (2), Florian Heller (1), Nils-Oliver Groß, Kai Röhrsheim, Sascha Bell, Tobias Kullbach (1), Florian Großmann (6), Malte Zappe und Christopher Henke (1)

HSG Dilltal II: Joshua Balzer und Marc Aichholzer im Tor, Leon Kollig (4), Nils Malo (4), Nicola-Felix Golitz (1), Felix Bleker (8/1), Marc Knauer (1), Patrick Berkes (4), Felix Groß (2), Malte Schnier (3), Julian Albrecht (6), Niklas Althof (1), Akif Cicek (4) und Alexander Müller (2)

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