Spielbericht Männer 1 - Langgöns
HSG Wettertal – TSV Lang-Göns 35:36 (19:16)
Underdog verpasst Belohnung trotz leidenschaftlicher Aufholjagd
Erneut zeigte der Underdog aus Wettertal, welcher zu den ganzen langfristigen Ausfällen nun auch noch Leon Kaus verzichten musste, eine große, kämpferische Leistung und erneut blieb er am Ende doch ohne Punktgewinn. In einer dramatischen Partie unterlag die HSG Wettertal dem Tabellenzweiten TSV Lang-Göns hauchdünn mit 35:36, obwohl ein Punkt greifbar nah war.
Die Hausherren erwischten einen starken Start und überzeugten vor allem in der ersten Halbzeit mit mutigem Angriffsspiel und großer Effizienz. Angeführt von einem treffsicheren Lukas Walter und einem extrem präsenten Yannic Tauchmann erspielte sich Wettertal eine verdiente 19:16-Führung zur Pause. Die Gäste fanden zwar immer wieder Antworten, wurden jedoch durch eine starke Torhüterleistung – gleich fünf gehaltene Siebenmeter! – immer wieder ausgebremst. Ein Sonderlob geht hier an Philipp Becker und David Groß, die Lang-Göns mehrfach zur Verzweiflung brachten.
Nach dem Seitenwechsel folgte eine schwache Phase: Zwischen Minute 31 und 52 erzielte das Heimteam nur fünf Treffer, während Lang-Göns 15 Tore erzielen konnte. Also ähnlich wie im Hinspiel. Das Spiel war geprägt von Nervosität, Fehlwürfen und zunehmender Härte. Leider vermisste man in der Endphase eine konsequentere progressive Bestrafung auch gegen die Gäste. Während Wettertal oft mit Siebenmeter und 2 Minuten bestraft wurde (und dies zurecht!) gab es auf der Gegenseite dies nur selten zu sehen. Über weite Strecken der Partie blieb jedoch die Wettertaler Deckung das größte Sorgenkind. Zu behäbig im Verschieben und mit zu wenig Querstellen lud man Lang-Göns immer wieder zu leichten Durchbrüchen ein – einfache Tore, die sich am Ende bitter rächen sollten. Auch im Angriff war man sehr fehlerbehaftet und machte sich das Leben selber schwer.
In den letzten 8 Minuten warf die HSG dann alles in die Waagschale. Mit immer offenerer Deckung setzte man konsequent auf Ballgewinne – und das mit großem Erfolg. Mehrfach eroberte Wettertal den Ball, kam zu klaren Abschlussmöglichkeiten und kämpfte sich Tor um Tor heran. Die Halle war da, der Punkt war wieder greifbar – doch nun wurden erneut die Chancen liegen gelassen. So brachte der TSV Lang-Göns den knappen Vorsprung mit Routine ins Ziel, während die Wettertaler nach dem Schlusspfiff mit leeren Händen, aber erhobenem Kopf dastanden. Positiv hervorzuheben bleibt neben der starken Moral auch das sehr ordentliche Debüt von Youngster Marlon Bell, der sich nahtlos einfügte, sowie der überzeugende Auftritt von Routinier Lukas Walter, der mit zehn Treffern (5/5 Siebenmeter) voranging.
Unterm Strich bleibt erneut die Erkenntnis: Die HSG Wettertal ist konkurrenzfähig – doch um sich endlich zu belohnen, braucht es in den entscheidenden Momenten mehr Konsequenz. Man kann sich nur wiederholen; diese Leistungen gegen Tabellenführer Pohlheim und den Zweiten aus Langgöns gilt es zu konservieren und auch mal gegen Mannschaften, welche im Vorfeld eher auf Augenhöhe agieren, abzurufen.