Spielbericht Männer 1 - Pohlheim 2
Großer Kampf bleibt unbelohnt – Wettertal fordert Tabellenführer bis zur letzten Minute
Die HSG Wettertal hat im Abstiegskampf ein starkes Ausrufezeichen gesetzt – auch wenn am Ende keine Punkte auf der Anzeigetafel standen. Gegen den souveränen Tabellenführer HSG Pohlheim II zeigte die Mannschaft eine leidenschaftliche, taktisch disziplinierte und kämpferisch beeindruckende Leistung, musste sich aber nach 60 intensiven Minuten knapp mit 29:31 (13:14) geschlagen geben. Von der ersten Minute an war zu spüren, dass Wettertal dieses Spiel nicht im Vorhinein abschenken wollte. Angeführt von einem überragenden Torhüter Philipp Becker, der mit zahlreichen Paraden selbst beste Pohlheimer Chancen entschärfte, hielt die HSG das Spiel offen und begegnete dem Favoriten auf Augenhöhe. Immer wieder verzweifelten die mit höherklassiger individueller Qualität gespickten Gäste am starken Abwehrverbund der Hausherren – und eben an Becker im Tor.
In der Defensive kämpfte Wettertal geschlossen, verschob aufmerksam und warf sich in jeden Ball. Pohlheim musste für jedes Tor hart arbeiten. Im Angriff zeigte sich die HSG deutlich ideenreicher als in den Wochen vor der Weihnachtspause, variabel im Positionsspiel und mutig im Abschluss. Besonders Lukas Walter ragte heraus: Mit 10 Treffern, davon eiskalt verwandelten Siebenmetern in der Crunchtime, war er der Dreh- und Angelpunkt im Wettertaler Spiel und hielt sein Team bis kurz vor Schluss im Rennen. Aber auch Metzger, Kielich und Kaus konnten im Angriff starke Akzente setzen. Die Partie wogte über die gesamte Spielzeit hin und her. Keine Mannschaft konnte sich entscheidend absetzen, immer wieder glich Wettertal aus und ließ sich auch von Rückschlägen nicht beeindrucken. Selbst in Unterzahl blieb das Team stabil und zeigte große Moral. Beim Stand von 28:28 und 29:29 lag die Sensation greifbar nahe. Doch in der Schlussphase setzte sich die individuelle Klasse der Pohlheimer durch. Zwei konsequent ausgespielte Angriffe und die nötige Abgezocktheit in den entscheidenden Momenten brachten dem Tabellenführer schließlich einen etwas glücklichen Auswärtssieg.
Trotz der Niederlage bleibt festzuhalten: Diese Leistung macht Mut. Wettertal hat gezeigt, dass es auch im Abstiegskampf mit den Besten der Liga aufnehmen kann. Nun gilt es diese Leistung zu konservieren. Mit dieser Einstellung, dieser Defensive und einem Torhüter in Topform darf die HSG weiter fest an den Klassenerhalt glauben. Man muss eben gegen Mannschaften in der hinteren Hälfte ebenso auftreten.