Spielbericht Männer 1 - Wettenberg
HSG Wettertal unterliegt Wettenberg II, trotz langer Führung
Die HSG Wettertal steckt weiter mitten im Abstiegskampf. Trotz einer langen Führung, musste sich die Mannschaft der HSG Wettenberg II am Ende mit 31:36 (18:15) geschlagen geben. Und man muss wieder sagen, dass wesentlich mehr drin gewesen wäre.
Die Partie begann vielversprechend. Wettertal startete konzentriert, zeigte Tempo im Angriff und nutzte seine Chancen konsequent. Philipp Becker im Tor stach seinen Gegenüber deutlich aus und das Team konnte über 6:5, 10:9 und 14:13 die Führung behaupteten. Besonders in der ersten Halbzeit überzeugte das Team mit Spielfreude und Entschlossenheit. Kurz vor der Pause sorgte ein sicher verwandelter Siebenmeter von Lukas Walter für den 18:15-Halbzeitstand – eine verdiente Führung nach starken 30 Minuten.
Doch nach dem Seitenwechsel fehlten die positiven Emotionen und die nötige Stabilität. Hier darf man durchaus hinterfragen, warum man emotional nicht mehr auf das Feld bringen kann. Wettenberg kam mit viel Routine aus der Kabine und übernahm zunehmend die Kontrolle. Wettertal führte mit 20:16 und auch noch beim zwischenzeitlichen 27:25. Nun kippte das Spiel allerdings endgültig. Mit zunehmender Spieldauer brach das Angriffsspiel der Wettertaler fast völlig ein. Zu viele technische Fehler und überhastete Abschlüsse verhinderten klare Torchancen. Ständiges 1:1 im Angriff machte es einer gewohnt guten Wettenberger Defensive leicht, die Angriffe zu stoppen. Hier fehlt die Gefahr aus dem Rückraum. Es reicht nicht, dass man nur quer geht und dann Bälle einfach auf das Tor wirft. Hier fehlt aktuell einfach die Breite, welche es benötigt, um im Rückraum die Last zu verteilen.
Auch in der Defensive gelang es nicht mehr, entscheidend zuzulegen. Die Gäste nutzten ihre Möglichkeiten konsequent, allen voran Marc Stroh mit zehn Treffern. Wettenberg spielte die Partie abgeklärt zu Ende und setzte sich in der Schlussphase Tor um Tor ab. Unterm Strich konnte Wettertal personell nicht adäquat ergänzen und produzierte insgesamt zu viele Fehler, um gegen einen routinierten Gegner bestehen zu können. Besonders die Phase nach der Gästeführung offenbarte die derzeitige Unsicherheit im Abstiegskampf.
Eine überragende Leistung zeigte allerdings Rechtsaußen Philipp Rumpf. Mit sechs Treffern, hoher Effizienz und viel Einsatzbereitschaft war er über die gesamte Spielzeit hinweg einer der auffälligsten Akteure auf dem Feld. Für die HSG Wettertal gilt nun: weiterarbeiten, die positiven Ansätze mitnehmen und im nächsten Spiel die emotionale Konstanz finden, um im Abstiegskampf die dringend benötigten Punkte einzufahren. Denn eines ist sicher; wenn man die spielerische Klasse oder die individuellen Stärken auf das Feld bringen kann, muss man emotional und kämpferisch förmlich explodieren. Man darf niemals Aufgeben und hier hofft man sehr, dass das Team, welches in diesem Jahr gute Leistungen zeigt und personellen Engpässen trotzt, sich nicht nur mit ordentlichen Ergebnissen präsentiert, sondern sich belohnt und Punkte holt. Während fast alle Team im Abstiegskampf personell aufrüsten, wird dies in Wettertal kaum möglich sein. Man hat alles selbst in der Hand und man wird nicht aufgeben.